Dreimonatskoliken – Horror auf Zeit

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Als wir überlegten noch ein Kind zu bekommen, war das meiste was mir Angst machte, die ersten drei Monate der Babyzeit.. Wir hatten mit unserem Großen schon große Probleme mit den Dreimonatskoliken und nur der Gedanke, diese schlimme Zeit zu wiederholen löste in mir Panik aus… Doch dann kam Baby 2 zur Welt. Völlig ausgeglichen, ruhig und entspannt… Wozu hab ich mir Gedanken gemacht? Lachte ich in mich hinein und war zufrieden…

Doch es blieb nicht bei dem ausgeglichenem Baby…Neeeein…zu früh gefreut…  Baby mutierte plötzlich zum Zombie… es fing ganz plötzlich an und es wurde und wurde nicht besser… er brüllte RUND UM DIE UHR… egal was man machte..er (und natürlich dann auch wir) schlief fast gar nicht… und schon gar nicht länger als 30 Minuten am Stück.. Sie waren wieder da.. die Koliken.. Er krampfte und pupste und weinte… rund um die Uhr… Wir waren am Ende… wir liefen zum Arzt…vielleicht was es ja was anderes und er hatte Schmerzen…doch er meinte mehr oder weniger : Durchhalten..Der Darm wächst und entwickelt sich – alles vööööllig normal … nach drei Monaten ist der Spuk bestimmt vorbei. Ich war geschockt. Ich würde es nervlich nicht überleben… nicht noch einmal und nicht mit einem Kind nebenher…

Unser Glück war unsere Hebamme.. sie ließ nicht locker…sie meinte, dass es immer einen Grund gibt für das Schreien… Also spielten wir Detektiv… ich schrieb auf wann er was getrunken hat, wann ich was gegessen habe, wann wie welcher Stuhlgang kam… usw… es kam erstmal nix bei rum…aber ich gab nicht auf.. bei meinem ersten Sohn habe ich nicht viel unternommen, da ich dachte : Ok, da musst du halt durch…  aber diesmal würde ich es schaffen. Ich glaube fest an mich… also googelte ich alle Tipps und Ratschläge und schrieb eine lange Liste auf..womit Eltern Erfolge gefeiert haben.. und hab sie alle gleichzeitig angewandt, nach dem Motto : Viel hilft viel! Uuuuuund… es funktionierte…der Spuk war vorbei nach ein paar Tagen..sein Blähbauch war weg…die Schmerzen und das Krampfen waren verschwunden… Lucky me!!! 🙂

Deshalb schreibe ich hier genau auf, was wir getan haben. Ich weiß nicht was im Endeffekt geholfen hat – ist mir auch schnurz… Hauptsache es hat funktioniert… vielleicht hilft die eine oder andere Sache euch ja auch…

  • Baby so oft wie möglich im Tragetuch getragen… ( Durch die ständige Bewegung und den aufrechten „Stand“ des Babys im Tuch läuft die Verdauung besser… Ausserdem beruhigt es sie nah an Mama oder Papa zu sein…Da man Bauch an Bauch trägt hilft die Wärme auch dem Bäuchlein, die Luft besser abzulassen – oben oder unten…)

 

  • Da wir zugefüttert haben und die Muttermilch per Fläschen gegeben haben, haben wir die Flaschen getauscht… wir haben den Eindruck gehabt, dass er mit den MAM Flaschen (mit Extra Ventil) besser zu recht kam und weniger Luft zog. Dazu gab es neue Sauger… meine Hebamme meinte, da wir auch alte Sauger von meinem Sohn hatten, dass die alten Nuckel manchmal Partikel abgeben, die Bauchschmerzen erzeugen. Also neue Flaschen und neue Sauger gekauft.

 

  • Tropfen gegen Blähungen gegeben. Wir haben mit der Einnahme von Saab Simplex und Lefax sofort gemerkt, dass er weniger Blähungen hatte.. bevor wieder ein Aufschrei losgeht. Saab Simplex spaltet die Luftbläschen zu kleinen Bläschen, die im Darm besser absorbiert werden können. Saab Simplex wird nicht verstoffwechselt… es geht nicht in die Blutbahn oder ähnliches.. das heißt:  keine Nebenwirkungen möglich…

 

  • Kümmelzäpfchen bei Verkrampfungen gegeben. Immer wenn er sehr gekrampft hat gab es die Zäpfchen, dazu wurde ihm eine kleine Wärmeflasche auf dem Bauchgelegt und er wurde im Fliegergriff (auf meinem Unterarm liegend) geschaukelt.

 

  • Massagen mit Kümmelöl gemacht…Öl auf den Bauch verteilen…am besten Baby unter die Wärmelampe legen, und dann mit dem rechten Daumen ein bisschen mit Druck im Uhrzeigersinn um den Nabel herum fahren.. man spürt die Luft im Bauch…man darf natürlich nicht zu fest drücken, aber ein bisschen muss man schon in die Tiefe gehen… Baby beobachten. Mag er es oder lieber sein lassen? Meiner war mal glücksseelig und mal schrie er nochmehr.. man muss einfach gucken….dann sofort aufhören…das erklärt sich aber von allein..

 

  • Bigajatropfen gegeben. Meine Vermutung ist, dass im Endeffekt das den Ausschlag gegeben hat, aber ich kann es nicht beweisen…ist nur ein Gefühl… Bigajatropfen beinhalten Bakterien, die der Darm für eine gute Flora braucht. Bei Amazon sieht man das viele Eltern, damit große Erfolge gefeiert haben. Die Bakterien hat jedes Baby, aber manche weniger als die anderen… diese Tropfen unterstützen das Wachstum der Flora… somit klappt die Verdauung des Babys besser…und Bauchkrämpfe hören auf

 

  • Ich habe in einem Buch gelesen, dass man das Baby ohne dass es Hunger zeigt, immer wieder zwischendurch stillen/füttern soll. Wenn das Baby nämlich schon Hunger hat, schreit es..es kommt Luft in den Magen – Blähungen entstehen und es schreit wieder..noch mehr Luft kommt rein usw…Wenn man vor dem Hungerweinen füttert, trinken sie a) ruhiger (weniger Luft) und b) man verhindert generelles Weinen (auch wieder weniger Luft).  In dem Buch stand auch, dass Babys schreien, wenn sie in den ersten Tagen /Wochen beim Hungergefühl warten mussten..dh..Probleme beim Andocken beim Stillen, oder wenig Milch…dadurch kein sofortiges Stillen des Hungers..oder Warten aufs Fläschen, hat sie so geprägt, dass sie jedes Mal beim Hunger Panik haben, dass wieder nichts kommt bzw erst spät… deshalb sollen sie sehr unsicher sein und dass äußert sich in Schreiszenarien. Ein paar Tage einfach vor dem Hunger füttern, so oft wie möglich, zwischendurch wie es grad passt… dadurch lernen sie.. ach ich brauche keine Panik haben, Essen ist immer da… Als ich es gelesen habe, fand ich es irgendwie übertrieben, jedoch.. er wurde wirklich ruhiger.. und  ich hatte am Anfang so wenig Milch,dass er ständig warten musste und nicht richtig satt war.. vielleicht hat ihn das doch unsicher gemacht. Egal.. es hat zumindest geholfen..

 

  • letzter Punkt: Viele sagen, dass eine Reizüberflutung fürs Schreien verantwortlich ist (deshalb schreien viele Babys abends..)… deshalb abends ruhiges Licht, kein Mega Zirkus, wenn noch andere Kinder im Haus wohnen.. ruhig erklären, dass das Baby zur Ruhe kommen muss… und selbst zur Ruhe kommen…das Baby merkt es wenn man hibbelig ist, weil man auf das nächste Schreien wartet ;)leichter gesagt als getan, klar, aber sich dessen bewusst werden, dass man Ruhe auch ausstrahlen kann…

Das waren unsere Versuche, und wie gesagt der Spuk war recht schnell vorbei.. Ich hoffe ich konnte Euch Tipps und Hoffnung geben… haltet durch, wenn es bei Euch im Moment rappelt… ihr findet bestimmt etwas was den Kleinen Kämpfern hilft… und selbst wenn nicht..es ist zeitig begrenzt. Holt euch Hilfe, Babysitter und gaaanz viel Kaffee… lg, Sabine

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